Dr. Hans Krüger Gedächtniskonzert 2019

Georg Friedrich Händel: Brockes-Passion

Palmsonntag, 14. April 2019, 19.00 Uhr Pfarrkirche Anif

Vocalensemble und Orchester Salzburg Barock

Leitung: Hans-Josef Knaust

Bilder: Elfi Reisinger


Daniel Bäumer
Jesus – Daniel Bäumer, Bass
Eva Maria Schmid
Tochter Zion – Eva Maria Schmid, Sopran
Marica Sacha
Maria – Marica Sacha, Sopran
Sascha Zarrabi
Evangelist – Sascha Zarrabi, Tenor

Roland Faust
Judas – Roland Faust, Altus
Aleksander Rewinski © Kinga Karpati & Daniel Zarewicz PRESTIGE PORTRAIT
Petrus – Aleksander Rewinski, Tenor

Johannes – Damir Certic, Altus

Caiphas/ Pilatus/ Hauptmann – Max Tavella, Bass


Georg Friedrich Händel (1684 Halle an der Saale – 1759 London) ist, neben Johann Sebastian Bach, der bedeutendste Komponist des deutschen Barock - Beethoven soll ihn als den größten Komponisten bezeichnet haben, der je gelebt hat.
Vor allem in den Gattungen Oper und Oratorium nehmen seine Werke einen singulären Rang ein, mit dem sich kein anderer Komponist dieses Zeitalters messen kann.
Neben den weltberühmten Orchestersuiten Wassermusik und Feuerwerksmusik haben rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter Der Messias, bereits zu seinen Lebzeiten Händels Ruhm begründet.
Damals wie heute stehen diese Werke im Zentrum des Interesses von Klassikliebhabern in aller Welt.
Aber auch in vielen anderen gängigen Musikgattungen seiner Zeit hat Georg Friedrich Händel bedeutende Kompositionen hinterlassen.

Händels Vertonung der Passionsgeschichte nach Brockes ist sein einziges geistliches Werk in deutscher Sprache. Für die Musik verwendete Händel auch ältere Werke wie die dritte Klavierfuge und Teile des Utrechter Te Deums. Andererseits nutzte er später auch einige Sätze der Passion in seiner Oper Giulio Cesare, in den Oratorien Esther, Deborah und Athalia sowie in den Concerti grossi. Der Unterschied zu den Bach-Passionen könnte größer nicht sein: Händels Musik sucht die Nähe zur Barockoper, sie ist dramatisch aufgeladen und nicht für den Gottesdienst gedacht. Der Text der "Brockes-Passion" entsprach im 19. Jahrhundert nicht dem damaligen Zeitgeschmack. Es wurden ihr "Theatereffekt" und Sinnlichkeit unterstellt, doch Zeitgeist und Musikgeschmack haben sich längst wieder geändert – zum Glück für uns Musikliebhaber von heute. Das Oratorium besteht aus Ouvertüren, Rezitativen, Ariosi, Arien, Ensemble-Sätzen und Chören. Das Passionsgeschehen wird auf die wesentlichen Elemente beschränkt. Dem erzählenden Evangelisten sind mit der „Tochter Zion“ und der ‚Gläubigen Seelen‘ allegorische Figuren gegenübergestellt, die das Geschehen reflektieren. Jesus wird nicht triumphierend, sondern duldend dargestellt. Der Hörer soll sich in die Passion hineinfühlen, für die Buße empfänglich gemacht, und so von seinen Sünden erlöst werden können.

Der Text der Passion von Barthold Heinrich Brockes wurde mehr als zehn Mal vertont, darunter u. a. von Reinhard Kaiser und Georg Philipp Telemann. Der Text basiert auf dem Passionsgeschehen der vier Evangelien. Händel hatte Brockes schon in jungen Jahren persönlich kennengelernt, sein Libretto jedoch erst 1716, da war er bereits in London, vertont, nachdem er mit seinen Opern längst Aufsehen erregt hatte. Die Uraufführung fand am 23. März oder 3. April 1719 im Refektorium der Domkirche in Hamburg statt.

Barthold Heinrich Brockes (1680 bis 1747), war Ratsherr und Senator in Hamburg. Er reiste als Diplomat durch Europa, amtierte als Landrichter und wurde schließlich zum Landherrn von Hamm und Horn ernannt: Der Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie absolvierte eine hanseatische Bilderbuchkarriere. Sein wahres Faible aber galt der Literatur. Gleich sein erstes großes Werk sollte ihm internationalen Ruhm eintragen: "Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus" lautete der sperrige Originaltitel dieser freien Nachdichtung der Passionsgeschichte, die Brockes 1712 veröffentlichte. Die außergewöhnliche Wertschätzung der Brockes-Passion, die bereits Händels Zeitgenossen dem Passions-Oratorium entgegenbrachten, zeigt sich darin, dass auch Johann Sebastian Bach das Werk kopierte. (Texte Wikipedia).


Hans-Josef Knaust
Hans-Josef Knaust

Das „Vocalensemble Salzburg Barock“ wurde von Hans-Josef Knaust als Konzertchor für das große Repertoire der geistlichen Chorliteratur vom Frühbarock bis zur Wiener Klassik gegründet. Im Repertoire des Ensembles sind Werke von H. I. F. Biber, Mozart (Requiem, Vespern, Messen), J. S. Bach (Kantaten, Oratorien, Passionen), Händel (Brockes Passion), J. Haydn (‚Die 7 Worte‘), u. a. Projektorientiert wird in unterschiedlich großen Besetzungen und intensiven Probenphasen an der klanglichen Ausgewogenheit der einzelnen Stimmgruppen gearbeitet, um die für diese Stilrichtung notwendige Transparenz des Chorklanges zu erzielen. Das „Vocalensemble Salzburg Barock“ hat sich aus Mitgliedern des im Jahr 2000 gegründeten Vocalensemble Maria Plain und aus - überregional - interessierten, bestens ausgebildeten ChorsängerInnen und Vokalsolistinnen und Vokalsolisten formiert. Aufbauend auf dem großen Erfolg der Marienvesper von Claudio Monteverdi präsentierte sich das Ensemble 2016 mit der Johannes-Passion von J. S. Bach erstmals unter dem Namen „Vocalensemble Salzburg Barock“.

Im Orchester Salzburg Barock wirken u. a. Mitglieder des Mozarteum Orchesters und der Camerata Salzburg mit, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben. Das Barockensemble begeistert die Konzertbesucher mit seiner Klangsensibilität und mit dem Farbenreichtum der barocken Originalinstrumente.