Olivier Messiaen
 
„20 Blicke auf das Jesuskind“ / Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus

Sonntag, 15. 12. 2019, 17.00 Uhr, Einführung in das Werk um 16.30 Uhr, Haus der Kultur

 


Bilder: Thomas Wozak - wozak.at


Bilder: Hermann Präg


Maria und Josef am Bauernhof

Zum Abschluss des Anif.Kultur-Jahres laden wir zu einem außergewöhnlichen Konzert mit Studierenden aus 10 Klavierklassen der Universität Mozarteum Salzburg ein.

Wir freuen uns sehr, dass 18 StudentInnen unsere Einladung angenommen haben, dieses großartige Werk für Anif.Kultur einzustudieren. „Zwanzig Blicke auf das Jesuskind - Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus“ (1944 komponiert) wird als eine der wichtigsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts für Klavier und zugleich als der Höhepunkt von Olivier Messiaens Kompositionen für Tasteninstrumente angesehen. Das Werk enthält 20 Stücke. In diesen musikalischen Meditationen zur Geburt Jesu Christi spielen theologische Symboliken eine maßgebliche Rolle.

Zur Musik von Olivier Messiaen werden Bilder des Fotokünstlers Hermann Präg zu sehen sein, die den universellen und spirituellen Charakter der Musik ausdeuten. Der Bösendorfer Imperial im Haus der Kultur ist mit seinem erweiterten Klangspektrum bestens geeignet, dieses epochale Werk zu interpretieren.
Die Musik ist von großer Vielgestaltigkeit. Phrasen inniger Zärtlichkeit wechseln ab mit kühnen, abstrakt wirkenden Momenten, in denen die Zeit bis zu ihrem Stillstand gedehnt erscheint. Ein typischer, dem asiatischen Empfinden verwandter Aspekt der Kunst Messiaens.

16 junge PianistInnen der Universität Mozarteum Salzburg werden je einen und 2 Pianisten werden 2 Teile des Klavierwerkes interpretieren:

 

Olivier MESSIAEN
Vingt regards sur l’enfant-Jésus

Studierende

I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.

XVII.
XVIII.
XIX.
XX.

Regard du Père („Blick des Vaters“)
Regard de l’étoile („Blick des Sterns“)
L’échange („Der Austausch“)
Regard de la Vierge („Blick der Jungfrau“)
Regard du Fils sur le Fils („Blick des Sohnes auf den Sohn“)
Par Lui tout a été fait („Durch ihn ist alles geschaffen worden“)
Regard de la Croix („Blick des Kreuzes“)
Regard des Hauteurs („Blick der Höhen“)
Regard du Temps („Blick der Zeit“)
Regard de l’Esprit de joie („Blick des Geistes der Freude“)
Première communion de la Vierge („Erste Kommunion der Jungfrau“)
La parole toute puissante („Das allmächtige Wort“)
Noël („Weihnacht“)
Regard des Anges („Blick der Engel“)
Le baiser de l’Enfant-Jésus („Der Kuss des Jesuskindes“)
Regard des Prophètes, des Bergers et des Mages
(„Blick der Propheten, der Hirten und der Weisen“)
Regard du silence („Blick des Schweigens“)
Regard de l’Onction terrible („Blick der furchterregenden Salbung“)
Je dors, mais mon cœur veille („Ich schlafe, aber mein Herz wacht“)
Regard de l’Église d’amour („Blick auf die Kirche der Liebe“)

Zikai ZHANG
Doohwan LEE
Hyunji KIM
Jihyun OH
Diana CONSTANTINESCU
Johann ZHAO
Clara PRAGER
Chanakan CHAIKITTIWATANA
Daniel OCHOA
Soo Jin CHA
Supawee SRISURICHAN
Daniel OCHOA
Ren ZIMING
Curtis Phill HSU
Hikari INOUE
Shun OI

Antoni Jerzy PIKUTA
Shuma USUI
Anna Katharina SCHWEINBERGER
Jihyun OH


Hermann Präg

Hermann Präg
Fotografie und Lichtkunst
1984 Malerei Diplom an der Universität Mozarteum Salzburg

Die Fotografien von Hermann Präg zeigen oft Leerstellen. Sie wirken wie ein Vakuum, das gefüllt werden will. Sie stellen den Bezug zu einer unvorstellbaren Außenwelt her. Es geht um ein Außen, das wir in unserer Betriebsamkeit verdrängt haben. Wir leben in einer Zeit, in der wir zunehmend an Grenzen stoßen. Nur wenn wir den Blick auch auf diese ganz andere Dimension richten, können wir uns von der uns begrenzenden Selbstbezogenheit befreien.
Es ist höchste Zeit; unerwartete Einbrüche machen sich sonst bemerkbar.

Hermann Präg: „Meine Bilder haben mit Übergängen, Wendepunkten und Brennpunkten zu tun. Sie befinden sich zwischen einem Davor und einem Dahinter. Sie sind wie Trennscheiben zwischen zwei Gegensätzen. Es sind keine klaren Bilder. Solche würden nur Klarheit vortäuschen, wo es keine gibt. Das Wesentliche bleibt stets unklar. Sie verbinden auch eine horizontale mit einer vertikalen Dimension. Dieser Brennpunkt ist gleichzeitig Ursprung und Gegenstand einer SEHN-SUCHT.
Diese Selbstreferenz spiegelt sich im Kunstbetrieb wider. Objekt- und Bedeutungsebene sind eng miteinander verwoben. Strategien wie Ironie, Transformation, Irritation, Subversion, usw. verweisen auf Vorhandenes und nicht über sich hinaus. Selbstreferentielle Systeme – wenn sie auch sehr differenziert sind – schotten sich nach außen ab. Dieser vermeintliche Schutz entzieht ihnen aber auch die Nahrung. Das System wird zum leeren Getriebe. Es gibt dem menschlichen Dasein keine Bedeutung mehr.“